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Stiftung Kulturlandschaft und vero gehen Kooperation ein

17.08.2017 | KOBLENZ Die Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz und der Verband der Bau- und Rohstoffindustrie (vero) wollen künftig enger zusammenarbeiten. Dazu haben sie in Koblenz eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Mit ihrer Kooperation legten die Stiftung Kulturlandschaft und vero den Grundstein für eine fruchtbare Zusammenarbeit. In erster Linie geht es darum, Synergien zu nutzen und voneinander zu profitieren – konkret beispielsweise beim Thema Kompensationsflächen. Greift die rohstoffverarbeitende Industrie in die Landschaft ein, muss sie dafür Ausgleichsflächen liefern. Die Stiftung Kulturlandschaft hat Erfahrung darin, welche Gebiete und Maßnahmen sich hierfür eignen und wie gleichzeitig die Agrarstruktur geschont werden kann. Für die Landwirtschaft wiederum kann eine solche naturschutzfachliche Maßnahmenumsetzung eine weitere Einkommensalternative bedeuten.
Sowohl vero-Geschäftsführer, Thomas Blau, als auch der designierte Vorsitzender der Stiftung Kulturlandschaft, Rudolf Schneichel, betonten, dass es nicht darum gehe, in einen Wettbewerb zu treten, sondern vielmehr gemeinsam den Interessen der Natur zu dienen.

Gute Lösung im Sinne aller finden

Es wurde schnell deutlich, dass die Kooperationspartner einige Gemeinsamkeiten aufweisen. Die Stiftung Kulturlandschaft verfolgt den Zweck, Vielfalt und Schönheit bäuerlich geprägter Kulturlandschaften zu fördern und ihre regionsspezifischen Eigenarten zu erhalten. „Dafür müssen vor allem Flächenkonflikte aufgelöst werden, um nicht ständig zwischen Genehmigungsbehörde, Naturschutz, Landwirtschaft und Eingreifern, zu denen auch Unternehmen der Gesteinsindustrie gehören, vermitteln zu müssen“, erklärte Stiftungsgeschäftsführer Dr. Thomas Rätz. Man wünsche sich, stets eine Lösung im Sinne aller Seiten zu finden, um Konflikte zu entschärfen oder im besten Fall zu vermeiden.
„Für all solche Vorhaben ist eine Kooperation mit dem Umwelt- und Naturschutz unumgänglich.“ Die Politik sei gefordert, in dieser Frage klärend zu vermitteln. Dies könnte in der geplanten Landeskompensationsverordnung im Sinne des gemeinsamen Zieles bereits fixiert werden. „Aber egal welcher Weg am Ende gewählt wird: Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Akteure auf ein hohes Maß an Rechtssicherheit stützen können“, sagte Rätz.

 Partnerschaft festgeschrieben

Raimo Benger, Hauptgeschäftsführer von vero, betonte, dass beim Vorankommen vor allem die Gemeinsamkeit zähle. „Unser Ziel ist auch, das Bild der Rohstoffgewinnung ins rechte Licht zu rücken. Denn vieles wird in der Öffentlichkeit falsch dargestellt. Das führt zu Missmut und Missverständnissen.“ Die überflüssigen „Miss-Vorsilben“ wolle er gern in Mut und Verständnis transformieren. Gelebte Kooperationen, wie zurzeit bereits mit dem Naturschutzbund NABU und mehreren Kommunen, böten die Möglichkeit, sowohl seltene Lebensräume zu schaffen und zu schützen als auch die volkswirtschaftlich unerlässliche Rohstoffgewinnung zu gewährleisten

Nachdem der Austausch die gemeinsamen Ambitionen von vero und der Stiftung Kulturlandschaft noch verstärkt hatte, wurde die Kooperationsvereinbarung offiziell unterzeichnet. Die Partner wollen den regen Austausch erhalten und eine Kommunikation pflegen, von der alle Seiten profitieren. Sie sind sich sicher: Nur durch eine optimale Zusammenarbeit werden die Ziele erreicht. Mit der Kooperationsvereinbarung ist für diesen wichtigen Weg ein entscheidender Schritt getan worden.