Beispiele für Artenschutzmaßnahmen

Artenschutzmaßnahme für Feldhamster und Weihen mit Getreiderückständen.

© Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz

Verspäteter Stoppelumbruch mit Getreidezeilen

Hierfür lässt der Landwirt bei der Ernte schmale Getreidestreifen von 2-3 Zeilen stehen. Auf einigen Metern um diesen Streifen herum wird auf den Stoppelumbruch, also die Bodenbearbeitung nach der Ernte verzichtet. Diese erfolgt dann zwei bis drei Monate später als sonst. Die Getreidezeilen bieten zum Beispiel dem Feldhamster die Möglichkeit, einen Ausreichend großen Nahrungsvorrat für den Winter zu sammeln, wenn alle anderen Flächen längst abgeerntet sind. Die umgebenden Stoppeln bieten gleichzeitig Deckung für Kleinsäuger sowie für Feldvögel. Zusätzlich profitieren auch geschützte Greifvögel wie beispielsweise Weihen von diesen Streifen, da sie bevorzugte Nahrungshabitate in einer sonst ausgeräumten Ackerflur darstellen.

Luzernestreifen als Rückzugsort für Insekten, Säugetiere und Feldvögel

© Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz

Luzerneanbau

Luzerne ist eine besonders schmackhafte und nährstoffreiche Nahrungsquelle für den Feldhamster. Hier findet er über einen langen Zeitraum im Jahr Nahrung und ausreichend Deckung vor Feinden. Ein angepasstes Schnittmanagement der Luzerne garantiert, dass die Flächen mit ausreichendem zeitlichem Abstand zum Getreide gemäht werden. So können Hamster und andere Kleinsäuger auf der Futtersuche in die jeweils andere Kultur ausweichen.
Gleichzeitig ist Luzerne ein attraktiver Lebensraum für zahlreiche Insekten und Feldvögel und auch Feldhasen ziehen sich gerne in diese Flächen zurück.

Schwebfliege an einer Blume

© Lisa Diehl

Blühflächen

Die Anlage von Blühflächen fördert auf den ersten Blick besonders die Insektenwelt. Zahlreiche Insektenarten wie Bienen, Hummeln und Tagfalter finden hier einen ungestörten Rückzugsort in dem sie Nahrung, Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten finden. Neben Insekten fördern die Blühflächen jedoch auch weitere Offenlandarten der Agrarlandschaft. Besonders Feldlerchen, Rebhühner und Wachteln nutzen diese Strukturen gerne.

Offener Boden im Getreide für die Feldlerche

© Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz

Feldlerchenfenster

Für die Anlage von Feldlerchenfenstern werden bei der Getreideaussaat etwa 20 m² große Fenster ausgespart. Diese Lücken im Bestand dienen den Feldlerchen und anderen Feldvögeln als Landeplatz, von dem aus sie die im Bestand geschützten Brutplätze aufsuchen können.
Neben zahlreichen Feldvögeln profitieren auch Feldhasen von diesen Lücken im Getreidebestand.

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