Biodiversitätsberatung für Kartoffelerzeuger

Mehr Nahrungsangebot und Lebensräume für wildlebende Arten auf Kartoffel- und Zwiebelbetrieben

Projektdauer: Seit 2016
Ansprechpartnerinnen: Kim Ehringhausen & Johanna Ruhnau

Wir beraten Landwirte bei der Umsetzung zahlreicher Biodiversitätsmaßnahmen in Zusammenarbeit der REWE-Group.

Seit dem Jahr 2010 engagiert sich die REWE Group im Rahmen ihrer vielfältigen Nachhaltigkeitsaktivitäten für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Mit dem Projekt „Biodiversitätsberatung für Kartoffelerzeuger“ fördert sie Maßnahmen, die wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in der Agrarlandschaft zugutekommen. Den Grundstein hierfür legte ein zweijähriges Pilotprojekt, in dessen Rahmen 31 Betriebe in den wichtigsten deutschen Kartoffelanbauregionen beraten und zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt wurden. Im Anschluss wurde das Projekt auf Zwiebelbetriebe ausgeweitet. Im Jahr 2025 beteiligen sich bereits 69 Kartoffel- und Zwiebelbetriebe an dem Programm. In den kommenden Jahren soll die Zahl der teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe weiter steigen.

Die in den REWE- und PENNY-Märkten angebotenen Speisekartoffeln stammen von deutschen Erzeugerbetrieben, die sich aktiv für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt auf ihren Anbau- und Betriebsflächen einsetzen.

Die Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz übernimmt innerhalb des bundesweiten Verbundprojekts die fachliche Beratung von inzwischen 24 landwirtschaftlichen Betrieben in den Kartoffelanbauregionen von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. Gemeinsam mit den Betrieben wurden bereits zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen umgesetzt. Derzeit begleiten fünf regionale Stiftungen Landwirtinnen und Landwirte in insgesamt neun Bundesländern bei der Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen in ihren Betrieben.

In einem gemeinsamen Dialog zwischen den Betriebsleitern und unserer Stiftung entwickeln die Kartoffel- und Zwiebelerzeuger Konzepte, um Lebensräume für Niederwild, Vögel, Fledermäuse, Wildbienen und Insekten zu schaffen. Hierzu werden zum Beispiel Nisthilfen für Wildbienen und Vögel installiert, die den Landwirten im Projekt kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig soll den Insekten und Vögeln auch ein umfassendes Nahrungsangebot zur Verfügung gestellt werden. Unter Anleitung der Stiftung säen die teilnehmenden Landwirte artenreiche Ackerblühstreifen oder blühende Kulturpflanzenmischungen aus. Zusätzlich werden blütenreiche Hecken aus heimischen Gehölzen gepflanzt. Auch artenreiche Zwischenfrüchte werden auf den Feldern angebaut. Diese lassen sich gut in die Betriebsabläufe integrieren und bieten besonders im späten Herbst und über den gesamten Winter ein Deckungs- und Nahrungshabitat für viele Kleintiere wie z.B. Rebhuhn, Feldhase und auch Bestäuber. Ergänzt wird der Maßnahmenkatalog durch das Anlegen von Kleinstrukturen. So werden ungenutzte Böschungen, Totholz- und Steinhaufen sowie Fassadenbegrünung und artenreichen Staudenbeeten fachlich fundiert angelegt und gepflegt.

Seit Beginn des Projekts sind über 800 Bäume und 14.020 m² heimische Hecken und Gehölze gepflanzt worden. Des Weiteren wurden rund 350 ha ein- und mehrjährige Blühstreifen und 640 ha Zwischenfrüchte angelegt sowie rund 25 ha Fläche stillgelegt. Zur Unterstützung der Brut von Vögeln und Fledermäusen wurden rund 500 Nisthilfen an Gebäuden, Scheunen und Bäumen angebracht. Auch für verschiedenste Bestäuber wurden rund 360 Insektennisthilfen aufgebaut. Zusätzlich sind viele weitere individuelle Maßnahmen wie Böschungsbegrünungen oder Staudenbeete angelegt worden.

Ein weiteres Anliegen der Kulturlandschaftsstiftungen ist den Erhalt von bestehenden Strukturen, wie zum Beispiel einzelne alte Bäume in der Feldflur oder auf dem Hofgelände. Auch alte Streuobstwiesen werden erhalten und mit Nachpflanzungen ergänzt. Diese bestehenden Strukturen besitzen bereits einen großen Nutzen für die biologische Vielfalt. Um diese vor dem Verfall oder der Entfernung zu bewahren, finden sie Anerkennung im Projekt.

Menü