Zwischenfrüchte in Trockengebieten

Entwicklung eines Lösungsansatzes für eine kostengünstige und praktikable Etablierung von Zwischenfrüchten in Trockengebieten als Klimaschutzmaßnahme unter besonderer Berücksichtigung des Arten- und Biotopschutzes

Projektdauer: 2022 – 2024
Ihre Ansprechpartnerin für das Projekt: Johanna Ruhnau

Hintergrund

Zwischenfrüchten kommt eine besondere Bedeutung für Biodiversität, Klimaanpassung und Erosionsschutz zu. Da insbesondere der mögliche Verlust an Bodenfeuchte durch die sommerliche Bodenbearbeitung als Hemmnis für den Zwischenfruchtanbau gilt, wurden über einen Zeitraum von drei Jahren verschiedene Zwischenfrucht- Saatgutmischungen und Aussaattechniken unter Praxisbedingungen getestet. Die Untersuchungen erfolgten in Zusammenarbeit mit einem Lohnunternehmen und landwirtschaftlichen Praxisbetrieben aus Ober-Flörsheim.

Ergebnisse

Zusammenfassend zeigt der Technikvergleich, dass die konventionelle Variante Spätsaaten besonders gut kompensieren kann: Durch die Zwischenfruchtaussaat mit Kurzscheibenegge und Saatkombination laufen tendenziell weniger einkeimblättrige Pflanzen auf. Es ergeben sich in allen drei Versuchsjahren hohe Werte zweikeimblättriger Pflanzen/m². Auch sind die Deckungsgrade und Frischmassewerte hoch. Allerdings ist die Methode aufwändig: Rüst-, Fahr- und Bearbeitungszeiten verschärfen den zeitlichen Druck in den Sommermonaten. Zudem steigen durch den höheren Dieselverbrauch die Kosten, während die Befahrbarkeit stark von der Witterung abhängt. Nicht zuletzt stört die Bodenbearbeitung das Bodenleben und erhöht das Risiko für Wind- und Wassererosion.

Die Mähdruschsaat bietet eine bodenschonende, zeit- und kostensparende Alternative: Durch die Kombination von Saat und Ernte entfallen zusätzliche Arbeitsschritte und Regenereignisse betreffen nicht mehr den Ausbringungszeitpunkt, sondern lediglich die spätere Bestandsentwicklung. Indem das Saatgut gestreut wird, bleibt die Bodenstruktur und damit das Bodenleben ungestört. Zudem vermindern die auf dem Boden verbleibenden Strohreste die Erosionsgefahr deutlich. Allerdings muss bei der Mähdruschsaat als non-invasive Aussaattechnik vor allem in trockenen Jahren mit einem höheren Aufkommen an Ausfallgetreide gerechnet werden. Zusammen mit den verbleibenden Stroh- und Stoppelresten erhöht dies das phytosanitäre Risiko, da Krankheitserreger auf dem Pflanzenmaterial im Feld überdauern können. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass Vorrichtungen zur Ausbringung einer Untersaat während der Getreideernte nicht standardmäßig als Anbaugerät für den Mähdrescher zu erhalten sind. Ein pneumatischer Streuer lässt sich zwar kostengünstig erwerben, durch den notwendigen, individuellen Anbau an den Mähdrescher fallen jedoch zusätzliche Arbeitszeit- und Montagekosten an.

Die Direktsaat erwies sich im dreijährigen Versuch als unbefriedigend. Bedingt durch viele einkeimblättrige Pflanzen und vergleichsweise geringere Anzahl Dikotyle fielen auch Deckungsgrad und Frischmasse gering aus. Zudem besitzen nur wenige Betriebe eine eigene Direktsaatmaschine. Müssen Lohnunternehmen oder Leihgeräte in Anspruch genommen werden, steigen nicht nur die Kosten, sondern auch die zeitliche Abhängigkeit von Dienstleistern und passenden Wetterfenstern.

Für den Zwischenfruchtanbau auf dem untersuchten Ackerplateau zwischen Ilbesheim und Flomborn ist daher ausgehend von den Untersuchungen und unter den in den Jahren 2022-2024 herrschenden Klimabedingungen die konventionelle Bestellung in Kombination mit der Betriebsmischung als Vorzugsvariante zu empfehlen.

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